Qualitäts-Merkmale

Die Abbildungsqualität, optische Leistung und Detailerkennbarkeit eines Fernglases hängt vom Zusammenspiel vieler Faktoren ab, wie der Bauart, die Verarbeitung, Vergütung und Beschaffenheit der Linsen, sowie den Herstellertoleranzen.

Die optischen Elemente müssen auf 0,1 mm genau justiert werden. Bei unsynchronem Lauf oder Dejustage der optischen Teile, was insbesondere bei günstigen Produkten auftreten kann, versucht das Gehirn des Beobachters die unterschiedlichen Bilder zur Deckung zu bringen, was ermüdend wirkt und Kopfschmerzen verursachen kann.

Nur bei hochwertigen Ferngläsern sind auch nach Jahren die Linsen noch exakt justiert, weisen eine saubere Oberfläche auf und beschlagen nicht bei Wetterumschwüngen. Dies wird insbesondere durch eine "Innenfokussierung" gewährleistet.

Vergrößerung

Bei einem Fernglas, beispielsweise mit den Kenndaten 8 x 40, beschreibt der erste Wert, die Vergrößerung. Dies ist der Faktor, um den ein Objekt größer bzw. näher erscheint als mit bloßem Auge.

Eine Beobachtung aus einer Entfernung von 100 Metern mit einer 8-fachen Vergrößerung, lässt somit das Bild in einer Entfernung von 12,5 Metern erscheinen.

Eine höhere Vergrößerung erlaubt zwar eine bessere Detailerkennbarkeit kleiner, entfernter Objekte, führt aber zu einem kleineren Sehfeld, einer größeren Bildunruhe und einer geringeren Schärfentiefe, sowie einer Abnahme der Lichtstärke.

Hier gilt der Grundsatz:

" Die Vergrößerung so gering wie möglich und so hoch wie nötig."

Objektivdurchmesser

Der zweite Wert, hier 40, beschreibt den Durchmesser der Objektivlinsen in Millimeter. Je größer diese sind, desto mehr Licht kann in das Glas eintreten und das Bild erscheint heller.

Ferngläser mit einem Objektivdurchmesser von mehr als 40 mm sind ideale Jagdgläser. Diese können auch zur Vogel- und Naturbeobachtung bei Dämmerung verwendet werden.

Sehfeld

Bei Ferngläsern, beispielsweise mit den Kenndaten 125m/1000m, wird das überschaubare Sehfeld(125m) auf 1000 Meter angegeben. Je breiter das Sehfeld, desto leichter die Betrachtung weiter Landschaften oder bewegter Objekte.

Porro-Prismen-Ferngläser

Äußerliches Merkmal von Porro-Prismen-Ferngläsern ist die breite Bauform mit meist weit auseinander stehenden Objektiven. Diese Konstruktionsweise ermöglicht eine gute Lichtdurchlässigkeit (Transmission) und infolge der auseinander stehenden Objektive ein gutes stereoskopisches Sehen (3D-Darstellung).

Bei Porro-Prismen-Ferngläsern sind die Okulare über eine Brücke miteinander verbunden, die durch Drehen des Fokussierrades vor und zurück bewegt werden kann. Diese Okularbrücke ist jedoch anfälliger. Bei der kleinsten Verbiegung stimmen die Abstände der beiden Okulare zu den Objektiven nicht mehr überein. Das Ergebnis sind zwei verschieden scharfe Bilder. Um dies zu verhindern, haben hochwertige Ferngläser eine geschützte Innenfokussierung und sind dadurch unempfindlicher.

Dachkant-Prismen-Ferngläsern

Bei Dachkant-Prismen-Ferngläsern bilden Objektive und Okulare eine Linie. Dieses System ist aufwendiger in der Fertigung. Das Ergebnis ist jedoch eine wesentlich leichtere, kompaktere und schlankere Bauweise. Alle Dachkant-Prismen-Gläser besitzen eine Innenfokussierung. Die Mechanik ist somit geschützt und erlaubt eine höhere Stabilität. Durch die spezielle Bauweise und einer Stickstoffbefüllung bei Dachkant-Prismen-Ferngläsern, kann eine Wasser- und Staubdichtigkeit erzielt werden.

Des Weiteren verhindert die Stickstoffbefüllung bei Temperaturwechsel, ein Beschlagen der optischen Elemente im Inneren des Gerätes. Deswegen eignen sich diese Ferngläser besonders für alle Aktivitäten unter wechselnden Wetterbedingungen.

Veredelung und Oberflächenvergütung

Durch die Vergütung der Linsen (Entspiegelung) werden Reflexionen erheblich gemindert und der Lichtdurchlass durch das Fernglas zum Auge optimiert. Dadurch entsteht ein kontrastreiches, naturgetreues, farbechtes und helles Bild.

Ein Fernglas, mit beidseitig, vollentspiegelten Linsen hat im Vergleich zu einem Fernglas mit unentspiegelten Linsen ca. 60% mehr Lichtdurchlässigkeit.

Brillenträger geeignete Ferngläser

Ein Fernglas, das für Brillenträger geeignet ist, weist einen großen Okularabstand, sowie Gummimuscheln zum Schutz der Brillengläser auf. So kann der Brillenträger das komplette Sehfeld ohne Abschattungen mit seiner Brille überblicken.

Ebenso gibt es Ferngläser, bei denen für den Brillenträger die Möglichkeit besteht, die eigene Fehlsichtigkeit am Fernglas zu korrigieren (sphärisch bis 4 dpt). Dies ist durch einen speziellen Einstellmechanismus am Okular möglich. Die Betrachtung kann dann ohne Brille durchgeführt werden.

Ein Fernglas ist eine Kombination aus zwei Fernrohren, die mit einem gemeinsamen Scharfstellmechanismus über eine Brücke miteinander verbunden sind. Jedes dieser Fernrohre besteht aus einem Objektiv (die Frontlinsen), Prismen und einem Okular (die Augenstücke).

Wissenswertes über Ferngläser

Porro-Prismen

Dachkant-Prismen